Die Geschichte von Halloween: Fakten und Legenden.

Ausgehöhlter Kürbis zu HalloweenWir befinden uns kurz vor Halloween: Die Schaufenster sind vollgestopft mit Hexenhüten, Besenstielen, Plastikspinnen und allen Arten von makabren Kostümen. Halloween ist der vielleicht am meisten missverstandene Feiertag überhaupt, als rein amerikanischer Brauch verschrien, und viele haben einfach keine Lust, ihre Türen für böse dreinblickende Kinder mit Gummimasken zu öffnen, die nach Süßigkeiten verlangen. Aber die Wurzeln von Halloween liegen uns näher, als der erste Blick vermuten lässt. Halloween hat sich aus dem heidnischen Erntedankfest Samhain entwickelt, das in Europa lange vor der Kolonisierung Amerikas gefeiert wurde.

Traditionell fiel dieser Tag in eine Zeit, in der man sich Vorräte an Getreide und Fleisch für lange Wintermonate anlegte. Aber Samhain erinnerte auch an die Verstorbenen und suchte Antworten auf die Fragen der Zukunft: Der Tisch wurde auch für diese gedeckt. Man saß zusammen und bediente sich verschiedener Wahrsagemethoden, etwa um den Namen des Zukünftigen oder die Zahl der Kinder zu erfahren.

Dafür verwendete man die geernteten Früchte: Man schälte einen Apfel, - ohne abzusetzen -, und warf die Schalen über die Schulter, in der Hoffnung, die Form der Schale würde den ersten Buchstaben des Namens des Zukünftigen verraten. Der Glaube, am 31. Oktober sei die Grenze zwischen Lebenden und Toten am durchlässigsten, wenn nicht aufgelöst, war einst weit verbreitet. Kontakt zu geliebten Menschen schien möglich, aber gleichzeitig bedrohten Geister Gemeinschaften und Ernten.

Hier liegt der Ursprung von Kostümierung und Verkleidung, die man trug, um Geister abzuschrecken, sich als solche auszugeben oder sich vor diesen zu verstecken. Diese Tradition mischte sich später mit dem mittelalterlichen Brauch, der Bettler am 1. November von Tür zu Tür gehen ließ, die als Gegenleistung für das Seelenheil der jeweiligen Verstorbenen beteten.

Das heute geläufige Trick-Or-Treating entstand im frühen 19. Jahrhundert in Amerika. Auch in Europa konnte man Ähnliches beobachten, aber gegen Beginn des 20. Jahrhundert verschwand dieser Brauch. Hier liegt das europäische Missverständnis, Halloween als rein amerikanische Erfindung einzuordnen.

Das Wort Halloween ist eine Verballhornung von All Hallow´s Eve“ als Abend des 1. November, Allerheiligen, der durch Papst Gregor IV. vom 13. auf den 1. November gelegt wurde, so dass heidnische und christliche Feiertage nun zusammenfielen, womit ein langer Vermischungsprozess christlicher Andacht, heidnischen Brauchtums und Kommerzialisierung seinen Anfang nahm.

Einige Elemente von dem heidnischen Erntedankfest sind noch immer sichtbar: Freudenfeuer wurden ursprünglich angezündet, um ein Dorf zu reinigen und den Zusammenhalt zu stärken. Alle Feuerstellen des Ortes wurden mit einer Flamme erneut angezündet, die von einem Feuer stammte, für das man rituell Viehknochen verbrannt hatte.

Die Tradition des ausgehöhlten Kurbisses ist eine irische. Ursprünglich verwendete man die leichter auszuschabenden Rüben, die, mit gruseligen Gesichtern verziert, als billige Laternen herhielten, - laut einer altirischen Legende des Sünders Jack, der mit seiner durch einen Teufelsfunken entzündeten Rüben-Lampe rastlos die Erde abwandert, um einen letzten Ruheplatz zu finden.

Halloween, wie wir es heute kennen, bezieht seine Einflüsse aus allen möglichen Quellen und Orten, - und eben nicht allein aus dem Amerika oder den USA des 20. Jahrhunderts. Der Tag selbst ist eine europäische Erfindung, eng assoziiert mit irischen Traditionen, auch wenn sich der 31. Oktober inzwischen von einem Tag des Gedenkens an die Verstorbenen, Zukunftsdeutung und ritueller Reinigung zu einem Tag riesiger Schokoriegel und Zombieaccessoires gewandelt hat. Aber wer weiß, - in Zeiten, wo sich Retrogewandtes wachsender Beliebtheit erfreut, könnten auch längst vergangene Bräuche ihr Comeback feiern.

Und sollten die Kids es beim feiern etws übertreiben, kann eine Haftpflichtversicherung nicht schaden. ;-)